Berufsoffensive I

Frank Eberhard

Material für den Unterricht

Das Heft zur Allgäuer Berufsoffensive hinterfragt die

Geschlechter-Unterschiede im Berufsleben

Frauen werden Erzieherinnen und Männer Kfz-Mechaniker. Eine Ingeneurin ist immer noch genauso eine absolute Minderheit wie ein Florist. Vorstellungen über typische Männer- und Frauenberufe sind nach wie vor weit verbreitet. Ebenso werden typische Frauenberufe oft schlechter vergütet oder angesehen als Männerberufe.

 

Rollenaufteilungen zwischen Männern und Frauen existieren schon, solange es den Menschen gibt und diese Rollen haben sich mit der Zeit verändert. Bereits in der Steinzeit sind die Männer jagen gegangen, während die Frauen das Essen zubereitet haben. Doch die Unterschiede können nicht nur auf einen oft kräftigeren Körperbau des Mannes zurückzuführen sein. Das soziale Umfeld eines Menschen hatte und hat eine große Wirkung auf seine Psyche, wie Professor Dr. Bettina Franzke in einem Interview erklärt. Das führt dazu, dass Jungen und Mädchen ihre Stärken in Bereichen sehen, in denen sie nicht unbedingt mehr oder weniger talentiert sein müssen als das andere Geschlecht. Denn Mädchen sind tatsächlich nicht schlechter in Mathe als Jungs und mittlerweile sprechen die Schul- und Hochschulabschlüsse eine deutliche Sprache: Frauen erreichen mindestens genauso hochwertige Abschlüsse wie Männer. Doch wer in Deutschland studiert oder arbeitet, muss nicht unbedingt seine Wurzeln in Deutschland haben. Desewegen lohnt sich auch ein Blick auf andere Länder und Kulturen, aus denen zahlreiche Menschen nach Deutschland einwandern, auf die unsere Wirtschaft angewiesen ist.

 

Was in ganz Deutschland gilt, schlägt sich natürlich auch im Allgäu nieder. In einer Region, die lange landwirtschaftlich geprägt war, starken Tourismus hat und in der Traditionen noch heute eine große Rolle spielen, gibt es allerdings auch Besonderheiten. Im Interview sprechen Karl Stiefenhofer, Chef des Heimatbunds sowie Martina Weinmüller und Theresia Wildegger, die Beauftragten für Chancengleichheit der Arbeitsagenturen in Memmingen und Kempten über die Region und ihre Eigenheiten.

 

Die Arbeitswelt ändert sich jedoch rapide – im Allgäu wie auch in der ganzen Bundesrepublik. Manche Branchen suchen schon jetzt händeringend nach Fachkräften und können es sich nicht mehr leisten, Potenzial aufgrund von Geschlechterstereotypen brach liegen zu lassen. Eine Vielzahl von Gründen steht daher dafür, klassische Geschlechterrollen zu überdenken, wofür schon lange die ersten Schritte eingeleitet wurden. Eine ganze Reihe von Programmen verschiedener Träger und Initiatoren wollen Mädchen und Jungs durch Einblicke in Betriebe und Aktionen an Schulen einen Blick über den geschlechtlichen Tellerrand ermöglichen. Denn: Berufe haben kein Geschlecht.

 

 

 

 

Erschienen zum Schuljahresbeginn 2012/13

Copyright © All Rights Reserved