Telemark

Frank Eberhard

"Oberjoch war am besten"

Die Telemark-Lokalmatadoren Tobias Müller, Jonas Schmid und

Johanna Holzmann blicken auf eine besonders erfolgreiche Saison zurück

 

Oberjoch Den Abschluss einer erfolgreichen Telemark-Wettkampfsaison läutete die Nationalmannschaft am Oberjoch ein. Zwar fiel die Veranstaltung wegen des stürmischen Wetters etwas kleiner aus als geplant, doch standen uns die Lokalmatadoren Tobias Müller (22, Fischen), Jonas Schmid (23, Bad Hindelang) und Johanna Holzmann (19, Oberstdorf) Rede und Antwort.

 

Wie sahen Eure persönlichen Höhepunkte der Saison aus?

 

Müller: Die Goldmedaille im Parrallelsprint und die Teammedaille bei der WM in Colorado zu gewinnen.

 

Schmid: WM-Bronze war schön, aber auch die Weltcuprennen in der Schweiz mit vier auf Podiumsplätzen bei sechs Rennen.

 

Holzmann: Der Junioren-WM-Titel in den USA und Teambronze waren supergut. Ich bin aber auch zufrieden mit dem dritten Platz im Gesamtweltcup.

 

Kann man bei so vielen Erfolgen von einer Dominanz der deutschen Telemarker sprechen?

 

Schmid: Das ist etwas gewagt. Aber man muss die deutschen Fahrer immer auf der Rechnung haben.

 

Müller: Zwischen der Schweiz, Frankreich, Deutschland und Norwegen kann man leistungsmäßig kaum einen Unterschied machen.

 

Apropos Unterschiede: Wo war die Stimmung denn am besten?

 

Müller: Norwegen ist immer speziell. An der Zielgerade jubeln einem dort so viele Leute zu. Auch der Heimweltcup war richtig gut.

 

Holzmann: Hier am Oberjoch war’s am besten. Millionen Menschen haben den Weltcup im Fernsehen verfolgt, was auch in anderen Nationen viel Ansehen gebracht hat.

 

Das Interesse an Telemark wächst ja. Aber nervt es denn nicht, das andere Sportarten mehr Beachtung finden?

 

Schmid: Ich denke die Entwicklung wird wie beim Skicross sein: Wenn Telemark hoffentlich bald olympisch ist, wird es einen riesen Schub geben.

 

Müller: Dafür ist der Weltcup wie eine große Familie, in der man sich nationenübergreifend hilft. Zum Beispiel haben uns die Schweizer mal mit ihrem Funk ausgeholfen und weiter unten Bescheid gesagt, als mir ein Stock gebrochen ist.

 

Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft: Wie geht es für Euch weiter?

 

Müller: Ich bin gerade in der Bundeswehr-Grundausbildung. Danach brauche ich Urlaub und stürze mich dann ins Training, um meine Titel zu verteidigen. Das wird aber nicht leicht.

 

Holzmann: Ich stecke gerade mitten im Abi und will meine Skilehrer-Ausbildung fertigmachen. Und dann gilt es, in meinem letzten Jahr als Juniorin meinen Titel zu verteidigen.

 

Schmid: Mein Masterplan ist, nächste Saison vorne im Gesamtweltcup mitzufahren, bis 2017 mein Studium abzuschließen und 2018 bei Olympia in Korea zu starten. Wenn Telemark dann hoffentlich zum Programm gehört.

 

 

 

 

 

Erschienen am 4. April 2015 im regionalen Sport der Allgäuer Zeitung

 

 

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